Mehrheit stimmt für einen Saisonabbruch!

Die überwältigende Mehrheit der Vereine im Fußballverband Niederrhein (FVN) hat sich aufgrund der Corona-Krise für einen Abbruch der Saison 2019/2020 ausgesprochen. Das ist das Ergebnis einer Online-Abstimmung des Verbandes, die am Freitag, 15. Mai, um 14 Uhr endete. Für einen Abbruch (mit Aufsteigern, ohne Absteiger) stimmten dabei 93,01 Prozent der Vereine. 6,99 Prozent der Stimmen entfielen auf eine Fortsetzung (frühestens ab dem 1. September 2020). Von 761 befragten Vereinen nahmen 601 an der Abstimmung teil. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 78,98 Prozent.

Das FVN-Präsidium hat in seiner heutigen Sitzung gemeinsam mit den Kreisvorsitzenden, wie zugesagt, das Ergebnis der Vereinsabstimmung als Basis für seine Entscheidung genommen, dass die Meisterschaftssaison 2019/2020 abgebrochen werden soll und auf Grund der behördlichen Verfügungslage am 30. Juni 2020 sportlich unvollständig endet. Das Präsidium hat außerdem die spielleitenden Stellen damit beauftragt, zeitnah Vorschläge für die Wertung der Spielklassen vorzulegen. Die spielleitenden Stellen werden bis zum 30. Juni 2020 keine Meisterschaftsspiele ansetzen. Zu den Pokalwettbewerben erfolgt in der kommenden Woche eine zusammenfassende Information der spielleitenden Stellen. Im Jugendbereich werden nach den Sommerferien die Qualifikationsspiele vor der Saison ausgetragen. Die finalen Entscheidungen trifft ein außerordentlicher Verbandstag, der durch das Präsidium für Juni 2020 einberufen wird.

„Wir sind natürlich froh, dass wir in der Landesliga bleiben. Wir hätten den Klassenerhalt in den elf verbliebenen Spielen auch noch schaffen können“, sagte Dirk Juch, Trainer von BW Dingden. Zu Beginn der Saison hätte sein Team Lehrgeld zahlen müssen. „Jetzt wollen wir in der neuen Saison zeigen, dass wir es besser können.“

Der Bezirksligist 1. FC Bocholt II hatten den Rückstand auf einen sicheren Nicht-Abstiegsplatz von acht Punkten zur Winterpause zuletzt auf einen reduziert, ehe die Aufholjagd vom Coronavirus gestoppt wurde. Nun darf sich das Team von Trainer Niko Laukötter aber über den Klassenerhalt freuen. „Gerade in der Situation, in der wir uns befunden haben, hätten wir den Klassenerhalt natürlich gerne auf dem Platz geschafft“, so Laukötter.

Steffan Rexwinkel war als Trainer bislang noch nicht abgestiegen. Das bleibt auch so, denn der SV Krechting wird auch in der neuen Saison in der Kreisliga A spielen. „Wir waren zuletzt auch im Aufschwung und hatten nur noch zwei Punkte Rückstand. Ich bin mir relativ sicher, dass wir auch so drin geblieben wären“, sagte Rexwinkel, der nun mit dem Klassenerhalt in der Tasche zum Ligarivalen TuB Mussum wechseln kann.

Weit abgeschlagen waren indes die Ligarivalen GW Vardingholt und HSC Berg. Beide Vereine überlegen auch noch, ob sie tatsächlich in der Kreisliga A bleiben wollen oder sich freiwillig zurückziehen. „Wir werden das mit der Mannschaft und dem Vorstand alles in Ruhe besprechen und dann abwägen, was das beste ist. Beide Ligen haben etwas für sich“, sagt Klaus van Husen, Coach von GW Vardingholt. Sein Trainerkollege Adolf Grill würde schon gerne einen neuen Ablauf in der Kreisliga A nehmen. „Denn in den letzten Spielen waren wir konkurrenzfähig. Bis auf Marek Terörde, der zum SV Ringenberg geht, bleibt die Mannschaft zusammen. Vielleicht könnten wir in der neuen Saison ernsthaft um den Klassenerhalt mitspielen“, sagt Grill. Bei den Spielern würde die eine Hälfte die Kreisliga A bevorzugen, die andere aber die Kreisliga B.

Peter Frymuth (Foto links), Präsident des Fußballverbandes Niederrhein, sagte: „Zunächst möchte ich mich bei allen bedanken, die an diesem intensiven Dialog mit unseren Vereinen auf Kreis- und Verbandsebene aus unseren Gremien mitgewirkt haben. Wir haben ein klares Votum der Vereine und nun werden die spielleitenden Stellen zügig auf der Grundlage der Entscheidung der Vereine die weiteren Vorschläge erarbeiten. Der gesamte Ablauf der Information und Entscheidungsfindung ist ein sehr gutes Signal für das Zusammenspiel und die Zusammenarbeit mit den Vereinen in unserem Verbandsgebiet.“

Die beiden Szenarien, die zur Abstimmung gestellt wurden, hatten sich in 25 Videokonferenzen aus den Wünschen von mehr als 700 Vertretern von Mannschaften und Vereinen herauskristallisiert. Der FVN und seine 13 Fußballkreise bekamen in den Konferenzen zwischen dem 20. April und 7. Mai ein repräsentatives Meinungsbild. Die Saison 2019/2020 ist im FVN-Verbandsgebiet wegen der Corona-Pandemie seit dem 13. März für alle (Frauen, Männer, Juniorinnen, Junioren, Futsal, Oldies) unterbrochen.

Bericht: BBV, B. Brinkmann, 16.05.2020
Fotos: DJK TuS Stenern